Leistungsoptimierung
Muskulös, durchtrainiert, dynamisch und geschmeidig - so stellt man sich in der Regel das Idealbild eines Sportpferdes/Reitpferdes vor. Doch leider ist dieses Bild in der Realität kaum anzutreffen.
In der Realität findet man viele Pferde mit einer zu geringen Muskulatur und/oder mit Verspannungen in den unterschiedlichsten Muskelregionen. Darunter leidet die Leistung des Sport-/Reitpferdes. Schnelle Ermüdung, Widersetzlichkeiten aufgrund von Muskelschmerzen sind nicht selten die Folge, das Resultat sind schlecht ausgeführte Lektionen wie z.B. eine schwankende Piaffe, eine ausdruckslose Passage oder eine verspannte Traversale etc. Schuld an diesen Problemen sind aber nicht nur die Einflussfaktoren Haltung und Fütterung, sondern ganz häufig das falsche Training.
Die junge Stute schiebt bei der Trabverstärkung die Hinterhand nach hinten
und drückt den Rücken weg (Bild links).
Die selbe Stute nach nur kurzer Zeit in einem
korrekten verstärkten Trab (Bild rechts)
Unter heutigen Haltungsbedingungen müssen viele Pferde bis zu 23 Stunden am Tag in der Box stehen und werden in der verbleibenden Zeit oft ohne Aufwärmphase, mit starker psychischer Belastung (Stress), ungenügender Dehnung und Losgelassenheit gearbeitet. Gerade die letzten drei Punkte (fehlende Losgelassenheit, ungenügende Dehnung und psychische Belastung) sind meist der Anfang allen Übels. Gerade die psychischen Probleme (Stress) der Pferde werden häufig unterschätzt, denn auch sie können häufig zu Muskelverspannungen und Leistungsdefiziten führen.
Die Levade des Hengstes ist zu hoch und er ist in den Hanken kaum gebeugt
(Bild links).
Derselbe Friesenhengst in einer sehr schönen gesetzten Levade in den Dualgassen
(Bild rechts)
Wichtig für alle Sportpferde ist die sogenannte "quergestreifte Muskulatur". Dieser Muskel muss, um zu seiner vollen Kraftentfaltung kommen zu können, in der Lage sein, sich maximal zu entspannen, um sich daraufhin maximal wieder anspannen zu können. Nur so erhalten Sie eine trainingsphysiologische Grundlage für ein losgelassenes, im ruhigen Takt gehendes Pferd. Aus dem Leistungsport der Menschen ist bekannt, dass Sportprofis vor ihrem eigentlichen Training zuerst von einem Physiotherapeuten in ihren Bewegungen koordiniert werden, um so in der Lage zu sein, die korrekte Muskulatur aufzubauen und die Leistung zu optimieren oder sogar zu steigern.