Zur Startseite von Pferdepraxis.co.at ...

Muskelaufbau

Ob Dressur-, Springpferde oder Rehapatienten... Muskeln sind für alle Sportpferde ein sehr wichtiges Thema.

Beim Dressurpferd wünscht man sich eine kräftige Nierenpartie, die eine gute Versammlungsfähigkeit gewährleistet und vor allem eine gut bemuskelte Kruppe, die genügend Last auf der Hinterhand aufnehmen kann.

Beim Springpferd erwünscht man sich eine kräftige Vorhand und einen gut bemuskelten Rücken, damit das Pferd die Landephase gut verarbeiten kann. Eine gut bemuskelte Hinterhand ist auch hier wichtig, damit der Galopp raumgreifend und elastisch ist, um einen guten Sprung ausführen zu können.

Bei Rehapatienten erwünscht man sich ein schonendes Antrainieren mit möglichst guten und physiologisch richtigen Muskelwachstum. Aufgrund von Krankheiten etc. haben diese Pferde ihre Muskulatur bis auf ein Minimum abgebaut und es ist besonders wichtig, diese schonend und ohne Verkrampfungen wieder aufzubauen, damit die Pferde nach der Rehamaßnahme wieder am Leistungssport teilnehmen können.

Wichtig ist die Förderung und Neubildung der Tiefenmuskulatur, die die Pferdelunge positive beeinflusst. Durch die Förderung und Neubildung der Tiefenmuskulatur des Vorderbrustbereiches und des Bauches wird unter anderem auch die Lunge besser gestützt und angehoben. Nur so ist die Lunge in der Lage, ihr volles Volumen zu entfalten. Das ist nicht nur für Freizeitpferden vorteilhaft, sondern hilft auch den Pferden im Leistungssport (Dressur, Springen, Rennen) wichtig ist.

Wichtig für alle Sportpferde ist die sogenannte "quergestreifte Muskulatur". Dieser Muskel muss, um zu seiner vollen Kraftentfaltung kommen zu können, in der Lage sein, sich maximal zu entspannen, um sich daraufhin maximal wieder anspannen zu können. Nur somit erhalten Sie eine trainingsphysiologische Grundlage für ein losgelassenes im ruhigen Takt gehendes Pferd.

Ein durch physischen Stress (Turnier, Stallwechsel, Transport, Schrecksituationen etc.) belastetes Pferd wird nie zur effektiven Muskelarbeit kommen können, da eine permanent vorgespannte Muskulatur dem biologischen Muskelmechanismus nicht nachkommen kann. Die Pferde werden häufig kurzatmig und produzieren vermehrt Adrenalin, was in der Folge oft zur "Hektik" führt. Das Pferd reagiert dadurch bei der Arbeit mit Nervosität, wird hektischer und manchmal sogar unkontrollierbar. Durch die permanente Muskelanspannung erfolgt ein verzögerter Abtransport von Laktat aus den Muskeln, das führt zu einer Übersäuerung. Das Pferd hat Muskelschmerzen und entwickelt daher Angst. Daraus resultieren Widersetzlichkeiten.

Der Sinn des Muskelaufbaus ist, dass das Pferd lernt seine Muskulatur bewusst einzusetzen und sich wieder richtig zu bewegen. Dadurch verkrampft sich die Muskulatur nicht mehr. Eine verbesserte und physiologisch richtige Muskulatur hilft dem Pferd auch Stress zu bewältigen, weil die trainierte Muskulatur das eingeschlossene Adrenalin besser abbaut und der Stoffwechsel besser arbeiten kann.

Fachtierärztliche Praxis für Pferde & Kleintiere Univ. Lektor FTA Mag. Dr. med. vet. Robert Stodulka - Allgemein beeideter & gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Veterinärmedizin, Fachtierarzt für Physiotherapie & Rehabilitationsmedizin